Unter den heutigen Bedingungen kann nicht mehr damit gerechnet werden, dass die politische Sphäre (politische Parteien, Parlament, Regierung) eine Umgestaltung der demokratischen Prozesse vorgeschlägt oder gar durchführt, die den Bedingungen einer effizienten Demokratie genügt.
Eine solche Initiativekann nur noch von den Bürgern, unabhängigen Persönlichkeiten und Organisationen der Zivilgesellschaft ausgehen.
Zunächst gilt es, die Bedingungen einer effizienten Demokratie zu klären und unter den Bürgern einen Grundkonsens über diese Bedingungen zu erreichen. Erst ein Vergleich dieser Bedingungen mit der Wirklichkeit vermag die Reformen aufzuzeigen, die aus den heutigen politischen Systemen eine effiziente Demokratie machen können. Bei diesem Unterfangen kommt insbesondere den Vertretern der Politischen Wissenschaft sowie der Staats- und Wirtschaftswissenschaft eine besondere Verantwortung zu.
Sobald der Entwurf einer effizienten Demokratie vorliegt und den erforderlichen Widerhall unter den Bürgern findet, kann der friedliche politische Druck der Bürger so stark werden, dass aus dem Entwurf politische Realität wird. Verschiedene Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, wie ein weiter Konsens unter den Bürgern Ausgangspunkt für friedliche politische Umwälzungen werden kann, die vorher kaum jemand für möglich hielt.
Bleibt zu hoffen, dass es zu einer derartigen Entwicklung kommt, bevor die Funktionsmängel der heutigen Demokratieformen noch stärker zutage treten und zu Umwälzungen führen, die schließlich unsere freiheitliche demokratische Grundordnung gefährden.